Die Corona-Pandemie hat uns erst vor kurzem klar vor Augen geführt, wie abhängig Deutschland von IT-Anbietern aus dem Ausland ist. Videokonferenzen finden über den Anbieter Zoom mit Sitz im US-amerikanischen Kalifornien oder Microsoft Teams statt, der Schulunterricht wird mitunter über WhatsApp organisiert. Die Corona-Warn-App der Bundesregierung haben zwar SAP und Telekom entwickelt, aber ohne Apple und Google hätte es gar keine Basis für so eine Technologie gegeben. Deswegen will die Bundesregierung die “technologische und digitale Souveränität” Deutschlands und Europas vorantreiben, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede im Vorfeld des 1. Juli, jenes Datum, an dem Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Digitale Souveränität sei neben Klimaschutz eines der Kernziele, die sich Deutschland für das halbe Jahr vorgenommen hat, in der es den Vorsitz des EU-Rates inne hat.

Natürlich ist damit gemeint, dass Europa und damit auch Deutschland eigene IT-Produkte entwickelt, die die Abhängigkeit von Anbietern aus Asien und Amerika verringert. Das ist durchaus ein sinnvoller Ansatz, den auch wir bei Pengueen als IT-Anbieter aus Deutschland nur zustimmen können. Aber für uns bedeutet digitale Souveränität mehr als ein „europäisches Google“, ein Bild dass in der jüngeren Vergangenheit oft bemüht wurde. Für uns beginnt digitale Souveränität beim Menschen, also bei demjenigen, der die IT-Produkte nutzt. Und ihm hilft es nicht unbedingt weiter, wenn seine Daten nun auf Servern in Frankreich ausgewertet werden, statt auf denen von Amazon oder Facebook. Denn der Nutzer hat deswegen noch lange nicht die Souveränität über seine eigenen Daten. Und wir finden, die sollte er bekommen, wenn wir über digitale Souveränität sprechen.

Deswegen sei nur am Rande erwähnt, dass das Geschäftsmodell von Pengueen nicht vorsieht die Daten der Nutzer für monetäre Ziele auszuwerten. Und die Daten sind auch vollumfänglich gelöscht, wenn der Nutzer sie löscht. Unser Ansatz geht aber über die Hoheit der eigenen Daten hinaus und beginnt schon bei der Entwicklungsarbeit. Wir nennen es „Digitalisierung auf Augenhöhe“.

Natürlich haben alle Entwickler die Usability im Blick und wollen die Nutzung digitaler Produkte so einfach wie möglich halten. Das Stichwort lautet hier „intuitive Nutzung“. Das haben wir natürlich auch bei Pengueen im Blick. Wir entwickeln auf unserer Plattform jedoch auch grundsätzliche Funktionalitäten gemeinsam mit dem Kunden, sozusagen nicht nur „easy to use“ sondern „customized“, genau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten. Denn wir können zwar gut programmieren, haben aber niemals so viel Ahnung von der ambulanten Pflege wie eben ein Pfleger und wissen auch niemals so genau, welche Funktionen eine Gemeinde konkret benötigt, wie der Bürgermeister. Deswegen binden wir die Anwender möglichst frühzeitig in die Entwicklung ein und halten Pengueen als Entwicklungsplattform so offen wie möglich. So können wir so flexibel wie es geht auf die Bedarfe der Anwender eingehen. Ob nun mit Pengueen ein Bürgerbus in einer Gemeinde organisiert oder die Organisation einer Schule oder einer Kita digitalisiert werden soll – ist ganz gleich. Wir bauen die Lösung, die möglichst genau dazu passt.

Denn digitale Souveränität bedeutet für uns vor allem, dass IT-Entwicklung keine Produkte erzeugt, die dann genutzt werden sollen, sondern dass alle Nutzer eben auch Mitsprache bei der Entwicklung haben. Somit souverän an der Digitalisierung teilhaben und nicht nur die reinen Nutzer am Ende des Prozesses sind.

Und deswegen sind wir froh, dass das Thema digitale Souveränität nun die Beachtung findet, die sie verdient.  

Published On: Juni 23rd, 2020 / Categories: Thema / Tags: , , /