• Warum Gemeinden KEINE lokale Social Media Plattform brauchen

    Der Gedanke ist verlockend: Wer sich für die Digitalisierung des ländlichen Raums, der Menschen in den Gemeinden und Dörfern engagiert, neigt zu der Idee, dort lokale Social Media Netzwerke einpflanzen zu wollen. Dann könnten sich die Bürger und Bürgerinnen trefflich vernetzen. Nur eben lokaler, näher, direkter also es bei Facebook oder anderen Datenkraken möglich sei. Außerdem glaubt man, die Menschen würden das wollen. Und vielleicht wollen sie das auch. Die Frage ist nur, ob das bereits etwas mit Digitalisierung zu tun hat. 

    Das gibt’s doch schon!

    Denn im Prinzip haben sich diese sozialen Medien auf lokaler Ebene schon längst herausgebildet. Auf Facebook gibt es zu unzähligen Ortschaften bereits Gruppen, in denen Bürger und Bürgerinnen zusammenkommen. Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage, wieso man Geld in Hand nehmen sollte, um das gleiche „in grün“ neu aufzubauen? Vielleicht holt man dann den einen oder anderen Mitbürger zusätzlich ab, der sich bisher nicht schon anderweitig regional vernetzt hat. Aber ansonsten finden sich hier die gleichen Leute wie auf Facebook & Co. ein und nutzen ähnliche Funktionen, um dieselben Inhalte erneut zu posten und zu kommentieren. 

    Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt: Niemand hat etwas gegen lokale soziale Netzwerke! Allein schon, um das Feld nicht den Monopolisten zu überlassen. Nur ist der digitale Plausch eben nicht entscheidend, wenn es um die Digitalisierung von Gemeinden und Kommunen geht. 

    Der digitale Plausch ist noch lange keine Digitalisierung

    Aber zurück zu der Digitalisierung von Gemeinden und Kommunen und warum hier ein lokales Social Media nicht unbedingt weiterhilft. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die absolut zwanglose Kommunikation nicht zielführend ist, wenn die Prozesse in einer Gemeinschaft und der soziale Zusammenhalt auf digitaler Ebene gefördert werden soll. Im Extremfall ist das Ergebnis sogar das Gegenteil: Fronten verhärten sich, Stimmungen spitzen sich zu, die lautesten Teilnehmer erhalten die meiste Aufmerksamkeit. Ein schwieriges Umfeld, um neue Ideen entstehen zu lassen, Projekte anzustoßen, gemeinsam das Dorfleben zu organisieren. 

    Lieber organisieren statt palavern

    Wir bei Pengueen haben daher nicht Social-Media-Funktionen priorisiert, sondern uns auf digitale Hilfsmittel fokussiert, die es den Bürgern und Bürgerinnen ermöglichen und erleichtern, gemeinsam richtig gut zu organisieren. Denn dann findet eine Digitalisierung im ländlichen Raum erst wirklich statt: Die Menschen erhalten die Möglichkeit, Verantwortungen und Aufgaben zu teilen. Sei es, um Veranstaltungen zu organisieren, Fahrgemeinschaften zu gründen, sich über Möglichkeiten der Weiterentwicklung der Gemeinde und der Stadt strukturiert auszutauschen und dann auf einer digitalen Plattform konkret anzugehen. 

    Natürlich findet dabei auch Kommunikation statt, ein Austausch zu den bestimmten Themen und Anliegen, es kann kommentiert, kritisiert und Ideen vorgeschlagen werden. Aber eben nicht in einem freien Raum, wo sich Mitbürger über Schlaglöcher vor der Schule echauffieren, sondern auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet, um gemeinsam etwas zu erreichen. 

    Das unterscheidet die Methodik von Pengueen grundsätzlich von einem Social-Media-Netzwerk. Hier finden sich Menschen mit einem konkreten Anliegen zusammen. Im kleine wie im Großen. Sei es, um zu organisieren, dass jemand während der Abwesenheit die Wohnung einhütet, Fahrgemeinschaften zu gründen oder eben um ein gemeinsames Dorfprojekt nach vorne zu bringen.

    Das schweißt zusammen: Verantwortung übernehmen

    Das funktioniert in Pengueen mit sogenannten Kategorien, in denen Dinge organisiert werden können. So kann beispielsweise eine Kategorie für den Garten angelegt werden, die dann beispielsweise für den Nachbarn freigeschaltet werden. Hier sind alle wichtigen Informationen für den Garten hinterlegt und der Nachbar weiß genau was zu tun ist, wenn er sich während des Urlaubs mal um Rasen und Blumen soll. Es gibt auch Kategorien, um Veranstaltungen gemeinsam zu organisieren oder Bürger in kommunale Entwicklungen einzubinden. Durch die Vernetzung zwischen den Bürgern und Bürgerinnen mit gemeinsamen und konkreten Zielen wird die Gemeinschaft nachhaltiger gestärkt. Denn die Vernetzung dient nicht – wie bei Social-Media-ähnlichen Ansätzen – vor allem dem Selbstzweck, sondern übergeordneten Zielen. Und nicht zuletzt werden Bürger in die Lage versetzt, tatsächlich etwas zu bewegen und Dinge voranzubringen. 

    Was Pengueen für Gemeinden und Dörfer alles leisten kann, kannst du im Artikel “Pengueen für Gemeinden” lesen.